Kurz gesagt: Das Internet bietet Kindern ungeahnte Möglichkeiten und es gibt keinen Zweifel daran, dass die meisten davon sinnvoll sind.
Bevor Sie Ihr Kind jedoch auf die Datenautobahn schicken, sollten Sie ihm sozusagen einen "Sicherheitsgurt" anlegen.
Zusätzlich versucht täglich eine grosse Anzahl Pädophiler über das Internet Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Unseriöse Chat-Foren, die Möglichkeit über das Internet an Drogen zu gelangen oder durch Unachtsamkeit beim Internetsurfen einen Virus oder 09xx-Dialer auf dem PC zu installieren, sind nur drei von vielen weiteren Gefahren, die Ihrem Kind im Internet begegnen können.
Darüber hinaus ist das Internet ein persönlich ansprechendes Medium, das Experten zufolge Kinder in einen "Schwebezustand" versetzen kann, der sie für Werbung sehr empfänglich macht. Es sind subtilere Marketingmethoden möglich, die Kinder zum Kaufen animieren können. Von den 100 am häufigsten aufgerufenen Seiten für Kinder und Jugendliche sind nur rund zehn Prozent nicht kommerzieller Natur.
Um Ihr Kind vor diesen Gefahren zu schützen, können Sie den Internetzugang Ihres Kindes entweder unterbinden, filtern beziehungsweise zensieren, nur im Beisein eines Elternteil erlauben, oder Sie protokollieren alles, was sich Ihr Kind im Internet ansieht.
Dazu gibt es zahlreiche Software, die versucht, die "guten" von den "schlechten Seiten" zu trennen.
Viele Schutzprogramme kommen allerdings aus den USA. Sie suchen in erster Linie nach englischen Schlüsselwörtern und blockieren kaum (scheizer)-deutsche Seiten. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie ein deutschsprachiges Programm verwenden.
Wenn Sie die Filter-Software auf Ihrem lokalen Rechner installieren, nehmen Sie auch dort die Konfiguration vor. So bleiben Ihre Daten vertraulich und Sie können das Programm optimal an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Allerdings erfordert diese genaue Einstellung Zeit und muss permanent gepflegt werden. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Sie können auch ein Programm verwenden, das bereits in das Angebot eines Internetserviceproviders eingebunden ist. Die Filterkriterien und - listen sind dann zwar nicht mehr individuell auf Sie zugeschnitten, aber Sie ersparen sich so die Pflege der Einstellungen, die von einer zentralen Stelle des Internetproviders übernommen wird.
Einige Filterprogramme basieren auf der vom World Wide Web Consortium entwickelten Platform for Internet Content Selection (PICS). Dabei klassifizieren die Anbieter ihre Inhalte selbst, zum Beispiel als Werbung. Anschliessend werden die Seiten mit einem Etikett versehen, das Hinweise zu den Inhalten enthält. Das Problem ist allerdings, dass sich die Inhalte von WWW-Seiten nicht so einfach klassifizieren lassen wie beispielsweise die Zutaten von Lebensmitteln.
Allerdings gibt es im Internet ja nicht nur Webseiten, sondern auch jede Menge anderer Informationsquellen. Effektive Filtersoftware sollte daher nicht nur den Browser überwachen, sondern auch die anderen Programme, wie z. B. Chat- und E-Mail-Programme (z.B. Outlook Express) berücksichtigen. Besonders in Chats oder den Diskussionsforen wie Newsgroups wimmelt es von jugendgefährdenden Inhalten.
Wenn Sie sich dafür entscheiden, ein solches Filter-Programm auf Ihrem Rechner zu installieren, dann sollten Sie folgende Punkte beachten:
Wenn das Programm diese Kriterien erfüllt, dann ist zumindest die technische Unterstützung des Jugendschutzes weitgehend umgesetzt.
Sollten Sie kein eigenes Programm installieren wollen, bietet Ihnen der Internet-Explorer die Möglichkeit unter den Menüpunkten "Extras", "Internet-Optionen", "Inhalte" den so genannten Inhalteratgeber zu aktivieren. Damit können Internetseiten ausgeblendet werden, die sich selbst als Seiten mit Gewalt, Sex oder freizügiger Sprache eingeordnet haben. Der Haken dabei ist, dass nicht eingeordnete Seiten entweder vollständig angezeigt oder blockiert werden.
Viele Kinder kennen sich mit dem PC besser aus als ihre Eltern!
Die meisten Programme lassen sich einfach deinstallieren und im Internet gibt es darüber hinaus einschlägige Seiten, auf den beschrieben ist, wie die Filterprogramme umgangen werden können. Und egal, welche Schutzmassnahmen Sie treffen, alle sind mit dem Problem der Unüberschaubarkeit und Schnelligkeit des Internets konfrontiert. Deshalb können technische Schutzmassnahmen lediglich ein Baustein in einer Reihe weiterer Massnahmen sein. Dazu gehört eine umfassende Medienerziehung sowie feste Regeln, die Sie Ihrem Kind mit auf den Weg geben können, wenn es im Internet surft.
Ihr Kind sollte den verantwortungsvollen Umgang mit dem PC und dem Internet lernen und zum Beispiel wissen, dass es die Wohnanschrift, die Telefonnummer oder andere private Daten nicht an Unbekannte weitergibt.
Natürlich sollten Sie Ihrem Kind auch Vorbild sein und den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet vorleben.
Wenn es um Delikte im Bereich Cracking sowie um das Erstellen von Raubkopien geht, sind sie
überrepräsentiert. Grund dafür ist fehlendes Unrechtsbewusstsein. Auch hier sollten Sie mit
Ihrem Kind über mögliche Folgen sprechen.