Was sollen wir nur mit all diesen alten nicht mehr benötigten CD-ROMs
oder evtl. schon DVDs anfagen; einfach wegschmeissen?
Hmm..., die glänzen doch noch so schön ... moment mal, da kommt mir eine Idee:
Ein Spektroskop erlaubt es uns das Licht (z.B. von der Sonne) zu untersuchen.
Das Licht der Sonne enthält z.B. Helium, Wasserstoff, Natrium, Magnesium und
viele andere meist gasförmige Stoffe bzw. Elemente. Mit einem Spektroskop
wird das Licht in sogenannte Spektrallinien aufgebrochen z.B. mit Hilfe eines
Prisma wie folgende Abbildung zeigt:

Eine andere Art, das Licht in seine Spektrallinien zu zerlegen, ist die Diffraktion.
Die Diffraktion entsteht durch die Beugung des Lichts beim Durchlaufen einer
engen Stellen z.B. ein kleines Loch oder ein schmaler Spalt:



Anstelle von einem Prisma oder einer speziellen "Diffraction Grating" Folie können wir aber auch eine nicht mehr benötigte CD (Musik CD, Software CD, DVD) für den Bau unseres einfachen Spektrometers verwenden.
Die auf einer CD vorhandenen Daten sind in Form von sehr kleinen Gruben auf der CD Schicht gespeichert. Diese Gruben sind in der silbrigen Folie in einer eng gewundenen Spirale mit einem Laser eingebrannt oder mit einer Hochdruckpresse eingedrückt worden. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Spuren beträgt 1.6 mikrometer, was nur einige wenige Wellenlängen des sichtbaren Lichts ist, und damit zu klein, als dass man sie in einem normalen (optischen) Mikroskop erkennen könnte. Aber es ist dieser kleine Abstand, der für das Erscheinen der wunderbaren Farben entscheidend ist, durch die Interferenz der Reflektionen an einer CD genauso wie bei einem Beugungsgitter.

wie beim Prisma werden auch bei der CD die Lichtwellen je nach Wellenlänge in
unterchiedlichen Winkeln abgelenkt bzw. reflektiert. Der Winkel hängt dabei vom
Material des Prisma bzw. bei unserer CD vom Abstand der Rillen ab.
Wir wollen hier aber nicht in die physikalischen Details hinabtauchen, sondern uns
dem Bau unseres einfachen Spektroskop weiter widmen. Die abgelenkten Lichtstrahlen
werden bei einem "richtigen" Spektrometer auf eine Skala reflektiert, bei welcher
die Wellenlängenwerte der erscheinenden Spektralinien abgelesen werden können.

Genug der Theorie schliesslich wollen wir ja mal was sehen. Zum Bau unseres einfachen
CD Spektroskop benötigen wir nur eine CD, eine Kartonschachtel, eine WC- oder
Allzweckpapier-Kartonröhre, zwei Klingen (oder zwei Stücke einer halbierten Klinge) z.B.
von einem Rasiermesser, Teppich- oder Papierschneider und etwas Klebeband.
Uebrigens:
beschreibbare CD's oder DVD's reflektieren mehr Licht und eignen sich viel besser
als normale gepresste CD-ROMs.




Nachdem wir unser CD-Spektroskop fertiggebaut haben, können wir mit der Reise ins Reich
des Lichts beginnen. Dazu halten wir die Schachtel mit dem (Rasier) Klingen-Spalt gegen
die zu beobachtende Lichtquelle, so dass die Lichtstrahlen direkt und möglichst
senkrecht durch den Spalt auf die CD-Fläche treffen. Wenn wir nun durch das Guckrohr
das von der CD-Scheibe reflektierte Interferenzmuster betrachten, so werden wir je nach
Lichtquelle einmal das gesamte Farbspektrum sehen (z.B. bei der Sonne), aber auch Muster
bzw. Farbspektren, bei denen bestimmte Farben- oder ganze Farbbereiche fehlen (z.B.
bei Neonröhren, oder Quecksilberdampflampen von Strassenbeleuchtungen). Anbei findet Ihr
ein paar Beispiele:



